Das Licht im Konzert – im Sekundentakt wechselnde Beleuchtung und Farbe stellt den Fotograf vor eine besondere Herausforderung. Das perfekte Foto entsteht oft mit Glück, trotzdem muss man dieses bewusst vorbereiten. Die Wahl von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert wirken sich entscheidend auf das Resultat aus. Generell gilt: möglichst kleiner ISO-Wert, offene Blende und kurze Verschlusszeit. In der Realität stellte sich bei mir ISO 800 als geeignet heraus, auf keinen Fall darf man Auto-ISO einsetzen. Als Verschlusszeit sollte in den meisten Fällen 1/80 Sekunde reichen, um verwacklungsfreie Bilder zu bekommen. Bei Reduzierung der Belichtung um ein bis zwei Drittel bekommt man oft schönere Farben und mehr Kontrast. Den Weißabgleich korrigiere ich lieber später per Software, weswegen ich die Bilder in RAW aufnehme. Wem diese Möglichkeit fehlt, sollte „Kunstlicht“ einstellen. Je lichtstärker das Objektiv, desto weniger Rauschen muss in Kauf genommen werden. Perfekt geeignet wären somit kleine Festbrennweiten.

Die technische Vorbereitung ist allerdings nicht alles. Wer die Band kennt, weiß, in welchen Liedern und an welchen Stellen (z.B. Refrain) sich interessante Motive ergeben könnten. Natürlich sollte man auch früh genug da sein, sodass man noch einen Platz „in den ersten Reihen“ bekommt. Um dort keinen Ohrenschaden zu bekommen (je nach Konzert an J), sollte man an Ohropax denken.

Die bunten Lichteffekte eignen sich übrigens bestens, um in Lightroom mit den Farben zu jonglieren. Hier kann Software hinterher noch echte Wunder bewirken. Und es macht auch einfach nur Spaß, die Farben im Bild den eigenen Vorstellungen anzupassen. Die gezeigten Bilder stammen übrigens von einem Konzert der Band deeper.